Der Schrei nach dem Licht
MÉDITATIONS POUR LE CARÊME
LUCREZIA
FUNERAL SENTENCES & MUSIC FOR THE DEATH OF QUEEN MARY
LUCIS CREATOR OPTIME
Advent 2025
Wir wollten wissen: wie klang die Musik dieser Zeit? Welche Lieder singen wir noch heute?
Wir haben Stücke vom 12. bis zum 17. Jahrhundert erforscht. Auch wenn wir kaum noch so leben oder denken wie die Menschen jener Zeit, lässt sich doch durch ihre Musik etwas bis zu uns transportieren: die Verehrung, die Andacht und vor allem die Freude auf Weihnachten.
ANONYM (um 1300, Frankreich, Codex Montpellier)
GIOVANNI PIERLUIGI DA PALESTRINA (1525—1594)
OSWALD VON WOLKENSTEIN (ca. 1377—1445)
HILDEGARD VON BINGEN (1098—1179)
GUILLAUME DUFAY (ca. 1397—1474)
ANONYM (14. Jahrhundert, Irland)
ANONYM (15. Jahrhundert, England)
MICHAEL PRAETORIUS (1571—1621)
ANONYM (ca. 1300, Worcester Fragments)
PÉROTIN (* zw. 1150 und 1165 † zw. 1200 und 1225)
TOMÁS LUIS DE VICTORIA (ca. 1548—1611)
ANONYM (1710, Köln, Psalteriolum Cantionum Catholicarum)
FRANCESCO FEROCI (1673—1750)
ANONYM (um 1394, Erfurter Handschrift)
MICHAEL PRAETORIUS
GIOVANNI PIERLUIGI DA PALESTRINA
MICHAEL PRAETORIUS
GREGORIANISCHER CHORAL
PÉROTIN
MICHAEL PRAETORIUS
JACOB HANDL (1550—1591)
ORLANDO DI LASSO (1532—1594)
Samstag, 15. November 2025
In unserer westlichen Kultur ist der Tod so weit wie möglich aus dem Alltag verdrängt worden. Wer nicht persönlich betroffen ist, begegnet dem Thema selten: Trauer findet meist im Stillen statt und Sterben wird in Institutionen ausgelagert.
Doch diese Distanz ist ein Problem, denn Sterblichkeit bleibt eine unausweichliche Realität, die uns alle betrifft.
Mit unserer Musik wollen wir dazu beitragen, den Tod wieder ins Bewusstsein zu rücken und einen Raum zu schaffen, sich damit auseinanderzusetzen. Musik kann Trost spenden, wo Worte fehlen, kann uns bei Abschied und Trauer begleiten, aber auch den Blick auf Hoffnung öffnen. Sie reicht über den Tod, über die Jahrhunderte und über die Kulturen hinweg und verbindet uns als Menschen, deren gemeinsame Gewissheit ist, dass wir eines Tages sterben müssen.
Die Stücke, die wir zur Finissage von FacingDeath ausgewählt haben, sollen dazu einladen, Hoffnung zu schöpfen und Akzeptanz zu erlangen angesichts des eigenen Endes. Damit wir uns aufgehoben und gestärkt fühlen, bis zum Licht des „ewigen Morgenrots“.
CHRISTIAN LAHUSEN (1886—1975)
Text: JOSEPH VON EICHENDORFF (1788—1857), „Der Einsiedler”
FRANCISCO GUERRERO (1528—1599)
GUILLAUME COSTELEY (1530—1606)
Hymnus, 14. Jahrhundert
FRANCISCO GUERRERO (1528—1599)
Traditionell aus Kyiv
Transkription: WILLIAM JOHN BIRKBECK (1869—1916)
Edition: WALTER PARRATT (1841—1924)
ARTHUR SULLIVAN (1842—1900)
Text: HENRY FOTHERGILL CHORLEY (1808—1872)
„Wie liegt die Stadt so wüst, die voll Volks war.“ In den Klageliedern aus dem Alten Testament beschreibt und betrauert der Prophet Jeremia die Zerstörung der Stadt Jerusalem durch die Babylonier. Ursprünglich vermutlich an die Überlebenden dieses Krieges adressiert, dienten diese Gedichte wohl als Bewältigungsmechanismus, um mit dem kollektiven Trauma der Zerstörung und des Exils umzugehen.
Obwohl dieses Ereignis 2500 Jahre zurückliegt, hat der Text über die Jahrhunderte hinweg Dutzende von Komponisten zu Vertonungen inspiriert.
Allein aus der Renaissance sind uns etwa zwanzig Kompositionen erhalten. Antoine Brumel und Thomas Tallis wählten bewusst eine Besetzung für tiefe Stimmen, um die Schwermut des Textes zum Ausdruck zu bringen.
Obwohl fast 500 Jahre alt, haben diese Werke auch heute noch die zeitlose Kraft, uns über die Generationen hinweg zu verbinden.
ANTOINE BRUMEL (ca. 1460—1513)
THOMAS TALLIS (ca. 1505—1585)
HILDEGARD VON BINGEN (1098—1179)
WILLIAM BYRD (ca. 1543—1623)
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