Der Schrei nach dem Licht

sic clamabo

Vokalmusik aus dem 16. und 17. Jahrhundert erzählt von Menschen, die ihr Leben im Angesicht ihrer Endlichkeit betrachten.

Marc-Antoine Charpentier

MÉDITATIONS POUR LE CARÊME

Georg Friedrich Händel

LUCREZIA ​

Henry Purcell

FUNERAL SENTENCES & MUSIC FOR THE DEATH OF QUEEN MARY

Orlando di Lasso

LUCIS CREATOR OPTIME

Advent 2025

O MAGNUM
MYSTERIUM

Wir wollten wissen: wie klang die Musik dieser Zeit? Welche Lieder singen wir noch heute?

Wir haben Stücke vom 12. bis zum 17. Jahrhundert erforscht. Auch wenn wir kaum noch so leben oder denken wie die Menschen jener Zeit, lässt sich doch durch ihre Musik etwas bis zu uns transportieren: die Verehrung, die Andacht und vor allem die Freude auf Weihnachten.

Alle-Psalite cum-Luya

ANONYM (um 1300, Frankreich, Codex Montpellier)

Maria, die Mutter

Salve Regina

GIOVANNI PIERLUIGI DA PALESTRINA (1525—1594)

Ave mütter küniginne

OSWALD VON WOLKENSTEIN (ca. 1377—1445)

O quam magnum miraculum

HILDEGARD VON BINGEN (1098—1179)

Ave maris stella

GUILLAUME DUFAY (ca. 1397—1474)

Angelus ad virginem

ANONYM (14. Jahrhundert, Irland)

Ther is no rose

ANONYM (15. Jahrhundert, England)

Es ist ein Ros’ entsprungen

MICHAEL PRAETORIUS (1571—1621)

Beata Viscera

ANONYM (ca. 1300, Worcester Fragments)

Beata Viscera

PÉROTIN (* zw. 1150 und 1165 † zw. 1200 und 1225)

O magnum mysterium

TOMÁS LUIS DE VICTORIA (ca. 1548—1611)

Erwartung des Kindes

Veni Emmanuel

ANONYM (1710, Köln, Psalteriolum Cantionum Catholicarum)

O rex gentium

FRANCESCO FEROCI (1673—1750)

Sys willekommen

ANONYM (um 1394, Erfurter Handschrift)

Nun komm der Heiden Heiland

MICHAEL PRAETORIUS

Jesu, rex admirabilis

GIOVANNI PIERLUIGI DA PALESTRINA

Der Weihnachtstag

Quem Pastores

MICHAEL PRAETORIUS

Puer natus est

GREGORIANISCHER CHORAL

Alleluya (Nativitas)

PÉROTIN

In dulci jubilo

MICHAEL PRAETORIUS

Resonet in laudibus

JACOB HANDL (1550—1591)

Resonet in laudibus

ORLANDO DI LASSO (1532—1594)

Samstag, 15. November 2025

FACING DEATH

In unserer westlichen Kultur ist der Tod so weit wie möglich aus dem Alltag verdrängt worden. Wer nicht persönlich betroffen ist, begegnet dem Thema selten: Trauer findet meist im Stillen statt und Sterben wird in Institutionen ausgelagert.
Doch diese Distanz ist ein Problem, denn Sterblichkeit bleibt eine unausweichliche Realität, die uns alle betrifft.

Mit unserer Musik wollen wir dazu beitragen, den Tod wieder ins Bewusstsein zu rücken und einen Raum zu schaffen, sich damit auseinanderzusetzen. Musik kann Trost spenden, wo Worte fehlen, kann uns bei Abschied und Trauer begleiten, aber auch den Blick auf Hoffnung öffnen. Sie reicht über den Tod, über die Jahrhunderte und über die Kulturen hinweg und verbindet uns als Menschen, deren gemeinsame Gewissheit ist, dass wir eines Tages sterben müssen.

Die Stücke, die wir zur Finissage von FacingDeath ausgewählt haben, sollen dazu einladen, Hoffnung zu schöpfen und Akzeptanz zu erlangen angesichts des eigenen Endes. Damit wir uns aufgehoben und gestärkt fühlen, bis zum Licht des „ewigen Morgenrots“.

Komm, Trost der Welt

CHRISTIAN LAHUSEN (1886—1975)
Text: JOSEPH VON EICHENDORFF (1788—1857), „Der Einsiedler”

Missa pro defunctis: I. Introitus

FRANCISCO GUERRERO (1528—1599)

J'ayme trop mieux souffrir la mort

GUILLAUME COSTELEY (1530—1606)

Dies irae

Hymnus, 14. Jahrhundert

Missa Iste Sanctus: I. Kyrie

FRANCISCO GUERRERO (1528—1599)

Kontakion of the Departed

Traditionell aus Kyiv
Transkription: WILLIAM JOHN BIRKBECK (1869—1916)
Edition: WALTER PARRATT (1841—1924)

The Long Day Closes

ARTHUR SULLIVAN (1842—1900)
Text: HENRY FOTHERGILL CHORLEY (1808—1872)

Klagelieder der Renaissance

ZWISCHEN LEID UND ERLÖSUNG

„Wie liegt die Stadt so wüst, die voll Volks war.“ In den Klageliedern aus dem Alten Testament beschreibt und betrauert der Prophet Jeremia die Zerstörung der Stadt Jerusalem durch die Babylonier. Ursprünglich vermutlich an die Überlebenden dieses Krieges adressiert, dienten diese Gedichte wohl als Bewältigungsmechanismus, um mit dem kollektiven Trauma der Zerstörung und des Exils umzugehen.

Obwohl dieses Ereignis 2500 Jahre zurückliegt, hat der Text über die Jahrhunderte hinweg Dutzende von Komponisten zu Vertonungen inspiriert.

Allein aus der Renaissance sind uns etwa zwanzig Kompositionen erhalten. Antoine Brumel und Thomas Tallis wählten bewusst eine Besetzung für tiefe Stimmen, um die Schwermut des Textes zum Ausdruck zu bringen.
Obwohl fast 500 Jahre alt, haben diese Werke auch heute noch die zeitlose Kraft, uns über die Generationen hinweg zu verbinden.

Lamentationes Hieremiae Prophetae

ANTOINE BRUMEL (ca. 1460—1513)

Lamentations of Jeremiah

THOMAS TALLIS (ca. 1505—1585)

O cruor sanguinis

HILDEGARD VON BINGEN (1098—1179)

Infelix ego

WILLIAM BYRD (ca. 1543—1623)